Ablehnung der Weiblichkeit

Ablehnung der Weiblichkeit

Ich habe euch hier ein Bild rausgesucht, das sich aufgrund der Nachfrage zu einem Konflikt zeigte.

Damit es deutlicher erkennbar ist, habe ich rechts ein Vergleichsbild eingefügt, das einen Benediktinermönch zeigt.

Mein Klient kam mit der Frage auf mich zu, warum er denn immer solche Probleme hätte, sich in seinen Beziehungen zu öffnen, warum er die Nähe scheute und warum die „schönste Nebensache der Welt“ wirklich so nebensächlich war, dass die Vereinigung des männlich/weiblichen Prinzips so irrelevant für ihn war, dass er in all seinen Beziehungen letztendlich mitunter auch deshalb verlassen wurde.

Nach längerem Recherchieren über den Konflikt an sich, die Umstände und die Ursache stießen wir, also Anja und ich, auf eine Inkarnation, die schon einige Jahrhunderte zurücklag.

Kurz nach seiner Geburt in der damaligen Zeit wurde mein Klient von seiner Mutter in ein Kloster gebracht. Er sollte dort eine „gescheite Erziehung“ genießen und sein Leben einzig und allein in der Verbindung mit Gott führen.

Für ein Kind ist die Trennung von der Mutter immer schwierig, denn die Bande zwischen Mutter und Kind sind tiefgreifend, auch wenn ich mich manchmal frage, ob manche Verbindungen wirklich so geschwächt oder verdunkelt sind, dass es im Erleben zwischen Mutter und Kind zu so manchem Eklat kommt.

Jedenfalls wuchs er heran in einem abgelegenen Kloster. In den Kinderjahren gab es nur strenge Regeln und Vorschriften, an die man sich zu halten hatte. Eine normale Entwicklung war nicht möglich, viele Erfahrungen blieben verwehrt und auch von der Liebe zwischen Mann und Frau war nur das bekannt, was im „Großen Regelwerk“ niedergeschrieben war.

Er erhielt die nötigen Sakramente, bis hin zur Priesterweihe und legte natürlich auch bereitwillig, das Zölibat ab…

Das Zölibat gibt es übrigens erst seit dem 11. Jahrhundert als Versprechen der Ehelosigkeit, die Enthaltsamkeit hingegen war bereits im 4. Jahrhundert akut geworden.

Nachdem die Priesterweihe vollzogen war, durfte er sich, wie es auch im Zölibat verankert ist dem Dienst an Gott und der Menschheit zuwenden.

„Die Kleriker sind gehalten, vollkommene und immerwährende Enthaltsamkeit um des Himmelreiches willen zu wahren; deshalb sind sie zum Zölibat verpflichtet, der eine besondere Gabe Gottes ist, durch welche die geistlichen Amtsträger leichter mit ungeteiltem Herzen Christus anhangen und sich freier dem Dienst an Gott und den Menschen widmen können.“
CODEX IURIS CANONICI

Es kam was kommen musste…

Er verliebte sich in eine Frau. Da in meinen Augen die Verneinung der Sexualität gegen jedes Naturgesetz verstößt, war es nicht verwunderlich, dass er Angst davor hatte, entdeckt zu werden. Die geheime Verbindung blieb nicht ohne Folgen, die Frau erwartete ein Kind von ihm.

Völlig in Panik stritt er alles ab, die Frau wurde wegen der Wahrheit angeklagt und er wurde aus dem Kloster verbannt. 
Mit einem Schlag hatte er seinen Halt verloren, alle „normalen Umstände“ existierten nicht mehr.

In dieser Inkarnation manifestierte sich der Glaube daran, dass Frauen nur Ärger bringen, Sexualität verwerflich sei und die Schuld, die er sich durch seine falschen Überzeugungen angehaftet hatte wog schwer.

Dieses „mitgebrachte“ Thema veranlasste ihn also zu dieser Ablehnung gegenüber den Frauen, wenn sie ihm näher waren als ihm lieb war, daher rührte auch sein Desinteresse an der Sexualität und noch viel Schlimmer war, dass er in Wahrheit auch im Umgang mit den Frauen so ziemlich alles dafür tat, dass sie ihn „sitzenließen“.

Manchmal bringen wir Themen mit, die in diesem Leben, das wir aktuell leben, gar keinen Sinn ergeben. Und genau deshalb ist es wichtig auch dorthin zu schauen, wo noch etwas im Dunkeln ist.

Urheberrecht an Text und Bild 
© 2018 Katja Koller und Anja Richter

 

Original Beitrag: Facebook

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